Zertifizierung 2011

Endlich war es soweit, unsere Christuskirche kann sich mit dem Symbol "Grüner Gockel" schmücken. Nach der kompletten Renovierung der Kirchenaußenfassade kann nunmehr auch dieses handgemalte Schmuckstück in Porzellan angebracht werden. Herr Konrad Schmidling, Inhaber der Firma Ceramic Info Center, hat es sich nicht nehmen lassen, diese Tafel aufwendig in Porzellan herzustellen und unserer Kirche zu spenden. Es ist eine sehr passable Spende von hohem Wert.
Das Zertifikat "Grüner Gockel" hat die Christuskirche ja schon zum Erntedankfest am 02.10.2011 aus den Händen des Beauftraten für Umwelt- und Klimachek in München, im Rahmen einer besonderen Zertifizierungsfeier erhalten.
Zertifizierung "Grüner Gockel" bedeutet den Abschluss eines ca. eineinhalb Jahre dauernden Managementlehrgangs unseres Umweltausschusses in Abstimmung mit der Landeskirche. Im Verlauf dieses Verfahrens musste ein Umweltprogramm erstellt werden, in der Hauptsache um Energie in unseren Gebäuden einzusparen.
Im Zuge der Abarbeitung dieses Programmes konnte bereits der Gemeindesaal, an dessen Eingangsbereich jetzt das Porzellansymbol "Grüner Gockel" angebracht wird, sehr erfolgreich energetisch renoviert werden: Energiesparende Fenster, Innendämmung der Wände, vorallem aber neue wärmedämmende Falttüren zum Kirchenraum hin.
Das Umweltteam wird sich wieder zu Sitzungen zusammenfinden zur weiteren  Abarbeitung, des auf Nachhaltigkeit bedachten Umweltprogrammes.

Von links: Herbert Achtziger, Konrad Schmidling, Werner Bayreuther, Karola Meier, Pfarrer Martin Fröhlich, Hans Popp

Umweltschutz spart Geld

Als fünfte Gemeinde in Oberfranken wird die Christuskirche in Selb im Rahmen des Umweltmanagements „Grüner Gockel“ zertifiziert. Das Projekt bringt eine echte  finanzielle Entlastung.

Der Weg der Christuskirche in Selb ist vorgegeben: „Hier wohnt ein Energiesparer“ steht auf dem Plakat an der Einrüstung. „Obwohl wir an der Kirche selbst recht wenig tun können“, erklärte Mesner und Hausmeister Werner Bayreuther. Der Gemeindesaal werde noch an den Wänden  nach außen wärmegedämmt, und die Schiebetüren zum Kirchenraum müssten auf Grund der Wärmeverluste dringend erneuert werden. Abgesehen davon stehen rund um die Kirche – zum Beispiel im Kinderhort und Jugendheim – noch einige Arbeiten an, um die Einrichtungen der Kirchengemeinde in Zukunft ressourcenschonend und nachhaltig zu bewirtschaften. Den Anschub für derartige Aktivitäten  bekam der Kirchenvorstand der Christuskirche auf dem Frühjahrsseminar in Bad Alexandersbad vor mehr als einem Jahr. Dort hatte man sich gemeinsam dafür ausgesprochen, an dem Umweltmanagementprogramm „Grüner Gockel“ teilzunehmen. „Der Gedanke dahinter ist, die Schöpfung, unseren Lebensraum, für die nachfolgenden Generationen zu bewahren“, sagte Pfarrer Martin Fröhlich. Die Anstrengungen, die die  Kirchengemeinde bis heute auf sich genommen hatte, wurden  am Sonntag belohnt. Nach dem Errntedankgottesdienst ist die Kirchengemeinde – als fünfte in Oberfranken – mit dem „Grünen Gockel“ zertifiziert worden. Bei einer Feierstunde im Gemeindesaal wurde auf die Urkunde angestoßen. Unter den Gratulanten waren auch Landrat Dr. Karl Döhler und Selbs Oberbürgermeister Wolfgang Kreil. Pfarrer Fröhlich versicherte den Gästen, dass das Zertifikat ein Anfang sei und die Kirchengemeinde die kontinuierliche Verbesserung ihrer Umweltleistungen im Auge habe. „Wir wollen die Rezertifizierung in vier Jahren ja auch bestehen, daran arbeiten wir.“ Bayernweit sind es 75 Kirchengemeinden, in Deutschland rund 700, die den „Grünen Gockel“ eingeführt haben. „Fürviele Gemeinden ist es nur ein Tropfen auf den heißen Stein und damit ein Argument, nicht an dem Programm teilzunehmen“, sagte Bernd Brinkmann von der Arbeitsstelle „Grüner Gockel“ an der bayerischen Landeskirche. Aber Veränderung sei möglich, wenn viele Menschen an vielen Orten anfangen, viele kleine Schritte zu tun, so der ehemalige Landrat Dr. Peter Seißer, jetzt Vizepräsident der Landessynode der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern: „Not lehrt beten.“ Viele Kirchengebäude entstanden in den 50er- und 60er- Jahren, als Heizöl billig war. „Jetzt zwingt uns der Geldbeutel, den eigenen Baubestand zu überdenken“, erläuterte Seißer. Die Christuskirche hat dafür ein Umweltteam einberufen. Das hat die Gebäude und Grundstücke in ein Bewertungsschema eingetragen und Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Für diese Portfolioanalyse konnte das Team auch auf externe Berater zurückgreifen. Als nützlich erwies sich in diesem Zusammenhang ein  Energiekonzept für die Christuskirche, dass von einem Praxis-Seminar am Walter-Gropius-Gymnasium erarbeitet wurde. „Unterstützt wurden wir außerdem von der Landeskirche, privaten Unternehmen und der Stadt Selb“, bedankte sich Hans Popp, der „Senior“ des Umweltteams. „Letzlich hat das Engagement im Umweltprogramm auch zu einem Umdenken bei uns allen geführt.“ Beispielsweise werde auf die Verwendung regionaler und fair gehandelter Produkte geachtet, erklärte Werner Bayreuther. „Wir haben eine Fotovoltaikanlage auf dem Pfarrhaus, aber das Sahnestück ist die Vollwärmeisolierung des Löhehauses.“ Dadurch konnte die Kirchengemeinde im vergangenen Jahr fast die Hälfte des Heizenergieverbrauchs einsparen. Und da freut sich nicht nur die Umwelt und der liebe Gott, da lacht sicher auch der Geldbeutel
Von Gerd Pöhlmann aus dem Selber Tagblatt vom 5.10.2011